PACECRAFT | Der Unterschied zwischen Jogging und Training
Einfach so regelmäßig joggen oder richtig trainieren? Macht das überhaupt einen Unterschied? Was ist der Unterschied? Und ist der wichtig? Und ist Training besser als einfach so laufen?
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Der Unterschied zwischen Jogging und Training

Der Unterschied zwischen Jogging und Training

Der Unterschied zwischen Jogging und Training

Einfach so regelmäßig joggen oder richtig trainieren? Macht das überhaupt einen Unterschied? Was ist der Unterschied? Und ist der wichtig? Und ist Training besser als einfach so laufen? Ja, es gibt Unterschiede und die sind auch wichtig. Die Frage, ob einfach mal joggen oder gezieltes Training das Richtige ist, kann jedoch nur jeder für sich selbst beantworten.

Viele Menschen treiben Sport und verfolgen damit mehr oder weniger konkrete Ziele. Beim Laufen ist das zum Beispiel häufig der Wunsch, fitter zu werden oder Gewicht zu verlieren. Warum diese Ziele manchmal trotz regelmäßigen Laufens nicht erreicht werden, erklärt sich auch aus dem Unterschied zwischen einfachen Jogging und Lauftraining.

JOGGING* – EINFACH SO LAUFEN

Mit Jogging ist hier das mehr oder weniger regelmäßige Laufen gemeint. Jemand geht zum Beispiel einmal pro Woche raus, läuft eine halbe Stunde, trabt vor sich hin oder powert sich auch mal so richtig aus. Unter Umständen läuft er über Jahre hinweg immer wieder die selbe Strecke zwischen seiner Wohnung, dem Park und zurück. Der Fokus liegt auf dem singulären Ereignis, dem konkreten Zeitraum, in dem gelaufen wird. Es geht darum, Energie zu verbrauchen, Kalorien zu verbrennen, zu schwitzen oder müde zu werden. Den Kopf mal richtig frei bekommen. Stress abbauen. Für viele ist der Sport auch eine soziale Aktivität – sie joggen mit Freunden oder Kollegen. Manchen macht das Jogging auch einfach nur Spaß.

Nebenbei können mit dieser Art des Laufens auch mehr oder minder diffuse Ziele verfolgt werden. Der Eine möchte zehn Kilo abnehmen. Jemand anderes will einfach nur fit werden oder bleiben. Darüber hinaus gibt es beim Jogging jedoch keine konkreten Ziele.

Für Viele ist diese Art des Laufens vollkommen hinreichend. Ihnen genügt das Gefühl, etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun und sie genießen die Bewegung und die frische Luft. Doch da gibt es auch noch die Menschen, denen das nicht genügt. Diejenigen, die jetzt wirklich und endlich mal diese verdammten zehn Kilo loswerden wollen! Und vor allem diejenigen, die beim Joggen das Lauffieber gepackt hat, die neugierig geworden sind, was noch so geht. Diejenigen, die ihre körperlichen und psychischen Potenziale entdecken und besser werden wollen. Und genau diese Leute sollten unsystematisches Jogging vergessen und mit dem Training beginnen…

TRAINING – WAS MACHT DEN UNTERSCHIED?

Anders als beim “einfach so” Jogging, handelt es sich beim Training nicht um ein für sich stehendes Ereignis oder die bloße Aneinanderreihung einzelner Läufe. Training ist ein strukturierter Prozess. Training fokussiert auf ein bestimmtes und konkretes Ziel. Man hat einen Plan oder zumindest eine Vorstellung davon, wann und wie dieses Ziel zu erreichen ist. Man läuft eben nicht einfach so los, sondern setzt gezielte Trainingsreize. Training ist Anpassung an stetig und vernünftig steigende Anforderungen. Und dazu gehört dann auch mehr als die körperliche Betätigung allein. Training verfolgt ein spezifisches Ziel anhand spezifischer Methoden/Trainingsreize. Neben den eigentlichen Laufeinheiten rücken damit auch Aspekte wie Ernährung, Krafttraining und Regeneration in das Blickfeld.

Der Übergang vom unstrukturierten Jogging zum effektiven Training ist immer mit der Definition eines Ziels verbunden. Wobei das jeweilige Ziel quasi beliebig ist: schneller werden, fitter werden, dünner werden, eine Stunde am Stück laufen können, einen ersten Marathon laufen oder beim zweiten Marathon schneller sein als beim ersten. Entscheidend ist, dass Training eine zeitliche Perspektive hat: Die Ergebnisse sind nicht sofort zu erkennen. Deshalb erfordert Training immer auch die Bereitschaft, das Gefühl, ein Ziel erreicht zu haben, über einen längeren Zeitraum aufzuschieben.

IST TRAINING DENN BESSER ALS EINFACH SO JOGGEN?

Den meisten Menschen genügt es, einfach ab und zu zu joggen. Sie wollen das Gefühl haben, etwas getan zu haben. Im Idealfall macht ihnen diese Art der körperlichen Betätigung einfach Spaß und sie vermissen nichts.

Für Andere ist Training an diesem Punkt jedoch der nächste logische Schritt. Sie wollen ihre Fitness auf ein neues Level heben, kontinuierlich besser werden, ihre Grenzen finden und behutsam, aber gezielt weiter nach hinten verschieben. Sie wollen herausfinden was möglich ist und sind fasziniert vom den Fortschritten, die durch Kontinuität im Training erreicht werden können.

Ein Problem entsteht eigentlich nur dann, wenn Ziele, die mit Training erreicht werden könnten, mit unsystematischem Jogging verfolgt werden. Das sorgt für Frustration und führt vermutlich früher oder später dazu, dass das Laufen aufgegeben wird. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum die meisten Leute, die Anfang Januar die Fitnessstudios stürmen, spätestens im März dort nicht mehr zu finden sind. Die Fitnessindustrie arbeitet fast ausschließlich in Richtung weitgehend unsystematischer Workouts. Ungerichtete Bewegung, ein Mix aus Cardio und Fitnessgeräten und dabei Fernsehen. Mehr oder weniger zufällige Trainingsreize stehen im Gegensatz zu dem, was Training ausmacht und Erfolge bringt, nämlich das setzen gezielter Impulse, die eine gezielte Anpassung stimulieren und damit verbessernd wirken.

Man kann also nicht sagen, das eine sei besser oder schlechter als das andere. Entscheidend ist, dass man weiß, was man tut und warum. Wer Ziele mit dem Laufen verbindet und versucht, diese mit losem Jogging zu erreichen, wird dabei sehr wahrscheinlich weniger erfolgreich sein als jemand der trainiert.

DER NÄCHSTE LOGISCHE SCHRITT

Wenn du mit dem Laufen Ziele verfolgst, die über “Spaß haben”, “Leute treffen” und “hin und wieder mal richtig auspowern” hinausgehen, ist Training für dich der nächste logische Schritt. Und wenn du ein Ziel hast, für das du trainierst, wird auch klar, warum du auch läufst, wenn das Wetter oder die Laune mal nicht perfekt sind. Es wird leichter, zu akzeptieren, dass eine Trainingseinheit auch mal nicht optimal war – schließlich verfolgst du ein übergeordnetes Ziel. Jeder Lauf ist nur ein kleines Puzzleteilchen auf dem Weg dorthin. Und jedes neue Ziel ist ein Schritt auf deinem Weg vom Jogger zum Läufer.

Um dir die Suche nach einem sinnvollen und umsetzbaren Ziel zu erleichtern, kannst du zum Beispiel darauf achten, dass es SMART ist:

Spezifisch – so konkret und präzise wie möglich. Besser als “Ich will fit sein” oder “Ich will weiter laufen können als bisher” ist “Ich will eine Stunde ohne Unterbrechung laufen” oder “Ich will fünf Kilometer in 35 Minuten laufen”.

Messbar – Setz dir ein Tempo-, Zeit- oder ein Distanzziel.

 

Attraktiv – Finde ein Ziel, das dir entspricht. Auf das du Lust hast, das dich weder überfordert, noch langweilt.

 

Realistisch – Wähle ein Ziel, dass du erreichen kannst. Wenn du bisher einmal wöchentlich gelaufen bist, nimm dir nicht vor, in einem halben Jahr deinen ersten Marathon unter vier Stunden zu absolvieren.

Terminiert – Gib deinem Ziel einen zeitlichen Rahmen. Setze den Zeitpunkt für den Beginn des Trainings und sein Ende fest. Das kann der Termin für ein Rennen an dessen Ziel deine Freunde warten und dich in die Luft werfen, ein offizieller Wettkampf oder ein ganz persönlicher, heimlicher Zeitpunkt sein, an dem du testest wie gut dein Training gewesen ist.

Wenn du schon Zeiten und Strecken gemessen hast, können Laufzeitrechner dabei helfen, ein smartes Ziel zu definieren. Lies ein paar Trainingspläne im Netz und gleiche die dort aufgezeigten Voraussetzungen mit deinen bisherigen Lauferfahrungen ab. Überlege dir, wie viel Zeit und Kraft du in ein Training stecken kannst und willst. Wenn du dir vorstellen kannst, am Ende deines Trainings an einem offiziellen Rennen teilzunehmen, recherchiere im Laufkalender, ob es zu einem guten Zeitpunkt einen geeigneten Lauf in der Nähe gibt. Und das Wichtigste: Sprich mit Leuten, die bereits laufen und trainieren und frag sie, wie sie selbst angefangen haben und welches Ziel sie für dich für realistisch halten. Das kann helfen, einen guten Einstieg zu finden und Ziele, die im Moment vielleicht noch unrealistisch sind, in kleine Ziele auf dem Weg dorthin zu zerlegen.

 

* In den Sportwissenschaften wird nicht zwischen Jogging und Training, sondern zwischen “Übung” und “Training” unterschieden. Weil sich Laufen jedoch nur sehr schwer als Übung vorstellen lässt, nutzen wir hier den Begriff Jogging, der eine Form des Laufens meinen soll, die eben noch kein Training ist. Man kann auch systematisch Joggen – fast jeder Trainingsplan beinhaltet Joggingeinheiten zur Regeneration oder als lockere Trainingseinheit vor einem Rennen. Hier meinen wir aber tatsächlich Joggen als “einfach so laufen”.

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Julia

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